Hand aufs Herz: Es gibt Tage, da fällt einfach alles schwer. Die Hausaufgaben ziehen sich, der Haushalt stapelt sich und die Stimmung ist irgendwo zwischen müde und genervt. Genau in solchen Momenten zeigt sich, wie kraftvoll dieser einfache Satz ist: Gemeinsam geht’s leichter – Motivation ist ansteckend.
Doch was bedeutet das eigentlich für euch als Familie?
Was steckt hinter diesem Motivationsspruch?
Motivation entsteht selten im luftleeren Raum. Sie wird beeinflusst von unserer Umgebung – und ganz besonders von den Menschen, mit denen wir leben.
Wenn ein Familienmitglied anfängt, positiv, aktiv oder lösungsorientiert zu handeln, wirkt das oft wie ein Funke:
- Ein Lächeln kann die Stimmung heben
- Ein „Komm, wir schaffen das zusammen“ nimmt Druck raus
- Ein erster kleiner Schritt motiviert die anderen, mitzumachen
Das hat einen einfachen Grund: Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir orientieren uns aneinander, spiegeln Emotionen und übernehmen unbewusst Haltungen.
Für Kinder ist das besonders wichtig. Sie lernen Motivation nicht durch Druck, sondern durch Vorbilder, Gemeinschaft und erlebte Erfolge.
Wie könnt ihr das in eurer Familie umsetzen?
1. Dinge gemeinsam starten
Ob Aufräumen, Lernen oder Kochen – der Anfang ist oft das Schwerste. Wenn ihr gemeinsam beginnt, fällt es allen leichter dranzubleiben.
Statt: „Räum bitte dein Zimmer auf.“
Lieber: „Lass uns zusammen anfangen – ich helfe dir beim ersten Schritt.“
2. Motivation sichtbar machen
Sprecht darüber, wenn euch etwas motiviert hat:
- „Ich hatte heute eigentlich keine Lust – aber dann habe ich einfach angefangen.“
- „Deine gute Laune hat mich angesteckt!“
So lernen Kinder: Motivation kommt oft beim Tun.
3. Kleine Erfolge feiern
Gemeinsame Motivation wächst durch positive Erlebnisse. Feiert bewusst auch kleine Schritte:
- „Wir haben das zusammen richtig gut hinbekommen.“
- „Als Team sind wir stark!“
Das stärkt das Wir-Gefühl – ein entscheidender Motivationsfaktor.
4. Eine unterstützende Haltung entwickeln
Achtet darauf, wie ihr miteinander sprecht:
- Ermutigend statt kritisch
- Unterstützend statt fordernd
Ein einfaches „Ich bin bei dir“ kann mehr bewirken als jede Aufforderung.
5. Vorbild sein (ohne perfekt zu sein)
Ihr müsst nicht immer motiviert sein. Aber ihr könnt zeigen, wie ihr damit umgeht:
- „Ich habe gerade keine Lust, aber ich fange trotzdem klein an.“
- „Ich brauche kurz eine Pause – danach mache ich weiter.”
Das ist echte, alltagstaugliche Motivation.
Warum das so wertvoll ist
Wenn Motivation in der Familie geteilt wird, entsteht mehr als nur Produktivität:
- Mehr Verbindung
- Mehr Leichtigkeit im Alltag
- Mehr Selbstvertrauen bei Kindern
Und ganz nebenbei lernen Kinder eine Fähigkeit, die sie ihr Leben lang begleitet: sich selbst – und andere – zu motivieren.
Eure Madlen Haß
SCHLAUmex Chefredakteurin



