„Halt die Klappe, du doofe Mama“

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Was tun, wenn Ihr Kind Sie beleidigt?

Sind Ihre Kinder noch unter 3 Jahren, dann übersetzen Sie die Beleidigung. Am einfachsten ist hierbei die Vorgehensweise nach der gewaltfreien Kommunikation*.

Kinder wissen oft gar nicht, was das bedeutet und was sie da in anderen auslösen. Leben Sie selbst eine Sprache vor, die Sie in Deiner Familie haben möchten.

Übersetzung:
„Oh je, Du bist ja richtig sauer.“
„Ja“
„Das höre ich. Du willst…. (Bedürfnis ansprechen, Bsp. – Autonomie – Spiel & Spaß – Genuss – Ruhe – Gleichberechtigung – Schutz/liebevoller Umgang etc.) und jetzt kommt die Mama und sagt ‚Nein!‘, dass findest Du jetzt richtig doof.“

Also weg von ‚Mama ist doof‘ hinzu dem eigentlichen Bedürfnis. Denn in der GfK ist jeder für seine Gefühle selbst verantwortlich. Niemand ist schuld, wenn die Mama jetzt traurig ist. Sondern der Mama ist ein liebvoller Umgang wichtig. Weil das gerade nicht erfüllt ist, ist sie bedrückt oder traurig. Also: nicht Andere lösen Gefühle in Deinem Kind aus, sondern erfüllte bzw. unerfüllte Bedürfnisse.

Hier geht es darum, mit Einfühlung Ihr Kind zu begleiten. Alles andere füttert nur die Wut. So kommt es schnell aus den Emotionen raus und fühlt sich verstanden. Und es entsteht kein Machtkampf.

So ab dem 4 Lebensjahr dürfen in meiner Welt die Kinder lernen, dass bestimmt Begriffe Beleidigungen sind und nicht erwünscht sind.
Erst letzte Woche war ich wieder in einer Grundschule unterwegs. Oft sind Lehrer hilflos, wenn Kinder schlimme Schimpfwörter wie „Fotze“ verwenden.

In meiner Arbeit mit Kitas, Schulen und auf vielen Eltern, stelle ich immer wieder fest, dass Kinder unter vier Jahren diesbezüglich keine Grenzen kennen.
„Das sagt man nicht“ ist hier nicht ausreichend. Ein Kind weiß dann immer noch nicht, was es stattdessen sagen kann und darf. Schließlich ist es wütend und die Wut soll raus.

Kinder lernen aus Bücher einige interessante Wörter gelernt wie z.B. Stinkewurst. Auch von anderen Kindern werden neue Begriffe aufgeschnappt. Das mag mit 3 Jahren hier und da noch witzig sein, doch in der Schule später ganz bestimmt nicht.

Was können Sie als Eltern und Pädagogen also tun?

Es braucht für Eltern, Erzieher und Lehrer und für die Harmonie zuhause klare Grenzen. Suchen Sie das Gespräch mit dem Kleinen und sagen Sie, dass sich ab heute etwas ändern wird. Sie wünschen sich einen liebevollen und respektvollen Umgang zuhause.

Stepp 1: Aussagen die mit „Du bist“ anfangen werden näher betrachtet und in „Ich bin“ Sätze umformuliert. („Du bist dumm. Hau ab!“ > „Ich bin wütend, ich will jetzt alleine sein!“)

Stepp 2: Auf jede Beleidigung folgt ein „Stopp! Das möchte ich nicht hören!“. Übersetzen Sie wie oben beschrieben mit der GfK.

Stepp 3: Fragen Sie danach, was er/sie verstanden hat oder was er/sie das Nächste Mal sagen möchte, wenn er/sie wütend auf Sie ist.

Familien die das so praktizieren, berichten, dass sie viel aufmerksamer und liebevoller zueinander sind. Besonders die Erwachsenen selbst. Durch das Vorleben und keine Beleidigungen verwenden, streiten viele Paare kaum noch. Schließlich wird vorher alles klar angesprochen, bevor es zum Konflikt kommt. Probieren auch Sie es einmal aus.

Ihre Susann Schmeißer

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