So verhindern Eltern, dass ihr Kind mit negativen Glaubenssätzen über Geld aufwächst
Der Umgang mit Geld ist ein Thema, das viele von uns erst spät im Leben richtig verstehen. Dabei beginnt der Grundstein für den Umgang mit Geld viel früher, als wir oft denken. Schon in der Kindheit prägen sich die ersten Einstellungen und Glaubenssätze über Geld. Wenn Eltern und Pädagogen hier frühzeitig ansetzen, können sie den Grundstein für eine gesunde und selbstbestimmte Finanzkompetenz legen.
In der neuen Folge des Podcasts „Goldrichtig investieren“ sprechen Madlen Haß und Ronny Wagner über die Bedeutung von Finanzbildung für Kinder und wie Eltern ihre Kinder unterstützen können, damit diese keine negativen Glaubenssätze über Geld entwickeln.
Warum der richtige Umgang mit Geld so wichtig ist
Geld ist ein Werkzeug – ein Werkzeug für Freiheit, Selbstbestimmung und Möglichkeiten. Doch viele Menschen wachsen mit dem Glaubenssatz auf, dass Geld etwas ist, das „immer knapp“ oder „schwierig zu bekommen“ ist. Diese negativen Glaubenssätze können sich tief verankern und das ganze Leben begleiten. Das Problem: Wer diese Überzeugungen im Kindesalter nicht hinterfragt, trägt sie oft ins Erwachsenenalter mit.
In der aktuellen Episode des „Goldrichtig investieren“-Podcasts erklärt Madlen Haß, wie Eltern und Pädagogen schon in jungen Jahren dafür sorgen können, dass Kinder ein positives Verhältnis zu Geld entwickeln – ganz ohne Finanzexperte zu sein.
Warum Kinder schon früh mit Geld in Kontakt kommen sollten
Madlen, Pädagogin und Gründerin von Schlausitz, einer privaten Schule in der Lausitz, betont, dass Kinder schon viel früher als oft angenommen mit Geld in Berührung kommen. Sie erhalten Taschengeld, vergleichen Preise im Laden oder fragen, warum etwas „zu teuer“ ist. Diese frühen Erfahrungen sind entscheidend, weil sie Kindern ein Gefühl für den Wert von Geld und die Bedeutung von Sparen, Ausgeben und Planen vermitteln.
„Kinder lernen in der Kita und Grundschule, dass Geld nicht einfach da ist oder verschwindet, sondern dass man es bewusst einteilen und verwalten kann“, erklärt Madlen Haß. „Wenn sie lernen, dass es mit Geld auch Verantwortung gibt, entwickeln sie frühzeitig ein gesundes Verhältnis zu diesem Thema.“
Der entscheidende Zeitraum zwischen 4 und 10 Jahren
Warum ist es so wichtig, dass Kinder früh mit Geld in Kontakt kommen? Ganz einfach: Zwischen dem 4. und 10. Lebensjahr sind Kinder besonders aufnahmefähig und in der Lage, finanzielle Zusammenhänge zu verstehen. In dieser Phase entwickeln sie grundlegende Denkmuster, die später ihre Entscheidungen im Erwachsenenalter beeinflussen.
„Wer das Thema Geld bis zum Jugendalter aufschiebt, riskiert, dass es zum Tabuthema wird“, warnt Madlen Haß. „Dann schleichen sich oft Glaubenssätze wie ‚Geld ist immer knapp‘ oder ‚Über Geld spricht man nicht‘ ein – und diese Überzeugungen können das ganze Leben lang negative Auswirkungen haben.“
Praktische Tipps für Eltern und Pädagogen
Madlen und Ronny geben wertvolle Tipps, wie Eltern auch ohne tiefgehende Finanzkenntnisse ihren Kindern einen gesunden Umgang mit Geld beibringen können. Der Alltag bietet zahlreiche Lernmöglichkeiten:
- Beim Einkaufen: Kinder können beim Vergleichen von Preisen helfen oder entscheiden, ob sie sofort etwas kaufen oder für etwas Größeres sparen möchten.
- Beim Taschengeld: Taschengeld ist nicht nur eine Gelegenheit zum Ausgeben, sondern auch ein Lernfeld für das Einteilen und Sparen.
- Gespräche führen: Einfache Fragen wie „Wie viel kostet das?“, „Muss ich dafür sparen?“ oder „Gibt es eine günstigere Alternative?“ regen Kinder dazu an, über Geld nachzudenken und ihre eigenen Entscheidungen zu treffen.
„Solche kleinen Gespräche prägen Kinder viel mehr, als wir denken“, sagt Madlen. „Es braucht keine extra Stunden für Finanzbildung – der Alltag bietet uns unzählige Chancen, Wissen zu vermitteln.“
Was sollten Eltern vermeiden?
Eine der wichtigsten Empfehlungen von Madlen Haß: Vermeidet es, Kinder vom Thema Geld auszuschließen. Sätze wie „Das verstehst du noch nicht“ oder „Über Geld sprechen wir nicht“ sollten Eltern unbedingt vermeiden. Kinder verstehen oft mehr, als wir glauben, und beobachten uns intensiv. Wie wir selbst mit Geld umgehen – ob wir es als etwas Positives und lösungsorientiertes oder als Belastung sehen – beeinflusst, wie sie später über Geld denken.
„Wenn wir ständig über Geld jammern oder Konsumdruck erzeugen, übernehmen Kinder diese Muster. Was wir vorleben, wirkt hundertfach stärker als alles, was wir ihnen erklären“, erklärt Madlen.
Die wichtigste Botschaft: Redet über Geld
Zum Abschluss der Podcast-Episode betont Madlen Haß: „Redet über Geld so selbstverständlich wie über das Abendessen. Nicht als Problem, nicht als Geheimnis – sondern als ganz normalen Teil des Lebens.“
Ronny Wagner fasst zusammen: „Das ist der erste Schritt zu einer gesunden und selbstbestimmten Finanzkompetenz – und das sollten wir unseren Kindern unbedingt mit auf den Weg geben.“
Für mehr wertvolle Tipps und tiefere Einblicke in das Thema Finanzbildung für Kinder, hört euch die vollständige Episode des Podcasts „Goldrichtig investieren“ an.
Goldrichtig investieren – Die Podcastfolgen mit uns, Madlen Haß und Ronny Wagner
Ihre SCHLAUmex-Redaktion



