Insektenstiche bei Kindern – was hilft wirklich?

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Beim Spielen im Garten oder beim Familienausflug lassen sich Mücken-, Bienen- oder Wespenstiche nicht immer vermeiden. Die meisten Stiche sind zwar unangenehm, aber harmlos. Wichtig ist, die richtige Erste Hilfe zu kennen und mögliche Warnzeichen frühzeitig zu erkennen.

 
Mückenstiche: Kühlen statt kratzen
Mückenstiche verursachen meist eine kleine Rötung, Schwellung und starken Juckreiz. Kühlen Sie die Stelle mit einem feuchten Tuch oder einem in Stoff gewickelten Kühlpad. Das Kind sollte möglichst nicht kratzen, da sich die Haut sonst entzünden kann. Bei starkem Juckreiz können für Kinder geeignete Gele oder andere Präparate helfen – lassen Sie sich dazu in der Apotheke oder kinderärztlichen Praxis beraten.

 
Bienen- und Wespenstiche richtig behandeln
Nach einem Bienenstich kann der Stachel in der Haut stecken bleiben. Er sollte möglichst schnell mit einer Pinzette entfernt oder vorsichtig mit dem Fingernagel beziehungsweise einer Karte herausgeschoben werden. Anschließend die Einstichstelle reinigen und kühlen. Wespen hinterlassen normalerweise keinen Stachel und können mehrfach stechen.
Ein Stich im Mund-, Zungen- oder Rachenbereich ist immer ein Notfall, da die Atemwege anschwellen können. Rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter 112. Bis Hilfe eintrifft, kann das Kind Eiswürfel oder Speiseeis lutschen. Zusätzlich sollte der Hals von außen gekühlt werden.

 
Allergische Reaktionen erkennen
Eine Schwellung direkt um die Einstichstelle ist zunächst normal. Alarmzeichen sind jedoch Beschwerden an anderen Körperstellen, beispielsweise:

  • Nesselausschlag oder Juckreiz am ganzen Körper
  • Schwellungen im Gesicht, an den Lippen oder im Mund
  • Heiserkeit, Schluckbeschwerden oder Atemnot
  • Übelkeit, Erbrechen oder starke Bauchschmerzen
  • Schwindel, Schwäche oder Bewusstlosigkeit

Bei solchen Symptomen muss sofort 112 gerufen werden. Ist eine Allergie bekannt, sollten die ärztlich verordneten Notfallmedikamente entsprechend dem persönlichen Notfallplan angewendet werden.

 
Zecken möglichst schnell entfernen
Eine Zecke sollte mit einer feinen Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange hautnah gefasst und langsam gerade herausgezogen werden. Die Zecke nicht quetschen und keinesfalls mit Öl, Klebstoff oder Nagellack behandeln. Danach die Stelle desinfizieren und das Datum des Zeckenstichs notieren.
Beobachten Sie die Haut in den folgenden Wochen. Bildet sich eine größer werdende, häufig ringförmige Rötung oder bekommt das Kind Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen oder wirkt ungewöhnlich abgeschlagen, sollte es ärztlich untersucht werden. In FSME-Risikogebieten kann außerdem eine FSME-Impfung sinnvoll sein – hierzu berät die kinderärztliche Praxis.

Wichtig: Bei Atemnot, Bewusstlosigkeit, starken Kreislaufproblemen oder einem Stich im Mund- und Rachenraum gilt immer: sofort 112 wählen.

 
Ätherische Öle gegen Mücken und Juckreiz
Ätherische Öle wie Citronella, Lemongras, Lavendel, Geranie oder Zitroneneukalyptus werden häufig zur natürlichen Mückenabwehr eingesetzt. Ihr Geruch kann Mücken vorübergehend fernhalten, die Schutzwirkung ist jedoch meist kürzer und weniger zuverlässig als bei geprüften Insektenschutzmitteln.
Am besten untersucht sind zugelassene Präparate mit Oil of Lemon Eucalyptus (OLE) beziehungsweise dem daraus gewonnenen Wirkstoff PMD. Dabei handelt es sich nicht um gewöhnliches, reines Eukalyptusöl. Produkte mit OLE oder PMD dürfen bei Kindern unter drei Jahren nicht verwendet werden. Reines Zitroneneukalyptusöl ist als Mückenschutz nicht ausreichend auf Sicherheit und Wirksamkeit geprüft.
Bei bereits vorhandenen Mückenstichen werden häufig Lavendel- oder Teebaumöl empfohlen. Für eine zuverlässige Linderung des Juckreizes gibt es jedoch nur begrenzte wissenschaftliche Nachweise. Zudem können ätherische Öle die empfindliche Kinderhaut reizen oder allergische Reaktionen auslösen. Teebaumöl sollte bei Kindern daher nicht unverdünnt aufgetragen werden.

Grundsätzlich gilt:

  • Ätherische Öle niemals unverdünnt auf die Kinderhaut geben.
  • Nicht auf offene, aufgekratzte oder bereits gereizte Haut auftragen.
  • Augen, Mund, Schleimhäute und die Hände kleiner Kinder aussparen.
  • Nur ausdrücklich für das jeweilige Kindesalter zugelassene Fertigprodukte verwenden.
  • Bei Brennen, stärkerer Rötung oder Ausschlag das Produkt sofort abwaschen.

Gegen akuten Juckreiz hilft meist am besten, die Einstichstelle für etwa zehn Minuten mit einem feuchten Tuch oder einem in Stoff gewickelten Kühlpad zu kühlen. Bei stärkeren Beschwerden kann die Apotheke ein altersgerechtes Gel oder ein anderes geeignetes Präparat empfehlen.

 
Ihre Karina Jurisch

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