Achtsamkeit und Zeitmanagement: Studieren zwischen Fokus, Freizeit und digitaler Ablenkung

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Als 20-jähriger Erststudent kenne ich das Gefühl ziemlich gut: Der Tag hat eigentlich genug Stunden, aber irgendwie ist abends trotzdem nicht alles geschafft. Zwischen Vorlesungen, Lernen, Freunden, Haushalt, Nebenjob und Social Media kann man schnell den Überblick verlieren.
Dabei habe ich gemerkt: Gutes Zeitmanagement bedeutet für mich nicht, jede Minute des Tages zu verplanen. Viel wichtiger ist es, bewusst zu entscheiden, wofür ich meine Zeit verwenden möchte. Genau hier kommt Achtsamkeit ins Spiel.

 
Erst einmal ankommen
Gerade am Anfang des Studiums kann vieles gleichzeitig passieren. Neue Menschen, neue Lernmethoden, ein unbekannter Stundenplan und vielleicht die erste eigene Wohnung. Man möchte möglichst alles richtig machen.
Ich versuche deshalb, meinen Tag nicht sofort mit Aufgaben vollzupacken. Statt direkt nach dem Aufstehen Nachrichten und soziale Medien zu checken, hilft es mir, kurz zu überlegen: Was steht heute wirklich an? Was ist wichtig? Und wie möchte ich mich heute fühlen?
Das klingt vielleicht banal, macht aber einen Unterschied. Wenn ich bewusst in den Tag starte, habe ich weniger das Gefühl, nur auf Nachrichten, Termine und To-do-Listen zu reagieren.

 
Achtsam studieren bedeutet nicht, ständig entspannt zu sein
Achtsamkeit wird manchmal mit Meditation oder völliger Ruhe verbunden. Für mich bedeutet sie vor allem, bei dem zu sein, was ich gerade mache.
Wenn ich lerne, lerne ich. Wenn ich eine Pause mache, mache ich Pause. Und wenn ich mit Freunden unterwegs bin, möchte ich nicht gedanklich die ganze Zeit bei der nächsten Hausarbeit sein.
Das funktioniert natürlich nicht immer. Aber allein zu bemerken, dass die Gedanken gerade abschweifen, kann helfen. Statt mich darüber zu ärgern, versuche ich, meine Aufmerksamkeit wieder zurückzubringen.

 
Zeitmanagement 2.0: Das Smartphone als Zeitfresser
Eine der größten Herausforderungen im Studentenalltag ist für mich nicht unbedingt der volle Stundenplan – sondern die ständige Ablenkung.
Eine kurze Nachricht wird beantwortet. Dann öffnet man Instagram oder TikTok „nur für fünf Minuten“. Plötzlich sind 30 Minuten vorbei.
Deshalb versuche ich, Ablenkungen während wichtiger Lernphasen möglichst zu reduzieren. Das Smartphone liegt beispielsweise nicht direkt neben mir oder wird auf „Nicht stören“ gestellt.
Auch der Laptop kann zur Ablenkungsmaschine werden. Deshalb hilft es, vor dem Lernen möglichst genau festzulegen, was ich in dieser Zeit erreichen möchte.
Nicht: „Heute lerne ich.“
Sondern: „Ich bearbeite bis 16 Uhr Kapitel drei und fasse die wichtigsten Begriffe zusammen.“
Ein konkretes Ziel macht den Einstieg wesentlich leichter.

 
Drei Aufgaben sind besser als eine endlose To-do-Liste
Früher habe ich gerne riesige To-do-Listen geschrieben. Das Problem: Je länger die Liste wurde, desto weniger Lust hatte ich, überhaupt anzufangen.
Heute versuche ich, mir drei wichtige Aufgaben für den Tag herauszusuchen. Was darüber hinaus geschafft wird, ist ein Bonus.

Dabei unterscheide ich zwischen:

  • wichtig und dringend
  • wichtig, aber nicht dringend
  • kleinen Aufgaben zwischendurch

So wird beispielsweise das Lernen für eine bevorstehende Prüfung nicht plötzlich gleich wichtig wie das Beantworten einer unwichtigen Nachricht.

 
Pausen gehören zum Zeitmanagement
Auch das musste ich als Erststudent erst lernen: Eine Pause ist keine verschwendete Zeit.
Wer mehrere Stunden ohne Unterbrechung vor seinen Unterlagen sitzt, arbeitet nicht automatisch effektiver. Mir helfen kurze Pausen, in denen ich tatsächlich vom Bildschirm weggehe, etwas trinke, mich bewege oder kurz nach draußen gehe.
Dabei versuche ich, nicht jede Pause wieder mit neuen Informationen zu füllen. Fünf Minuten ohne Smartphone können manchmal erholsamer sein als fünf Minuten Scrollen.

 
Perfektionismus kostet Zeit
Gerade im Studium kann man leicht in die Falle geraten, alles perfekt machen zu wollen. Noch eine Quelle lesen, noch einen Satz verbessern, noch einmal die Präsentation kontrollieren.
Natürlich ist Qualität wichtig. Aber irgendwann muss eine Aufgabe auch abgeschlossen sein.
Ich frage mich deshalb öfter: Ist das gerade wirklich eine Verbesserung – oder schiebe ich das Fertigwerden nur hinaus?
Diese Frage hilft mir, meine Zeit realistischer einzuschätzen.

 
Mein persönlicher Grundsatz
Mein Studium möchte ich nicht nur „abarbeiten“. Ich möchte auch Zeit für Menschen, Hobbys und Dinge haben, die nichts mit Universität zu tun haben.
Deshalb sehe ich Achtsamkeit und Zeitmanagement inzwischen als zwei Seiten derselben Medaille:
Achtsamkeit hilft mir zu erkennen, was gerade wichtig ist. Zeitmanagement hilft mir, dieser Sache auch Raum zu geben.
Als Erststudent bin ich davon noch weit entfernt, jeden Tag perfekt zu organisieren. Aber vielleicht ist genau das der Punkt. Ein gutes System muss nicht perfekt funktionieren. Es muss im echten Leben funktionieren – auch dann, wenn die Motivation fehlt, eine Prüfung bevorsteht oder der Tag einfach anders läuft als geplant.
Und manchmal ist der wichtigste Schritt nicht, noch mehr zu schaffen, sondern bewusst zu entscheiden, was heute genug ist.

 
Euer SCHLAUmex Creator
Amadeus

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