Selbstwert

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Es ist ein Gefühl, welches man in Bezug auf seinen eigenen Wert hat. Ein Mensch, der seinen eigenen Wert erkennt und schätzt hat ein gesundes Selbstwertgefühl. Ein Mensch, der seinen eigenen Wert negiert und sich selbst für wertlos hält hat ein schwaches Selbstwertgefühl.

Dr. Nathaniel Branden (US-amerikanischer Psychotherapeut und Autor) war einer der angesehensten Autoritäten auf dem Gebiet Selbstwertgefühl. Er definierte 6 Pfeiler zum Selbstwertgefühl:

  1. Bewusst leben (sich alle Handlungen, Absichten, Gefühle und Werte bewusst machen; nichts verdrängen; die Realität erkennen und akzeptieren)
  2. Sich selbst annehmen (…”die Weigerung, in einem feindschaftlichen Verhältnis zu mir selbst zu stehen.”)
  3. Eigenverantwortlich leben (…das Gefühl, das ICH selbst mein Leben kontrolliere und steuere)
  4. Sich selbstsicher behaupten (sich nicht davon leiten lassen, anderen gefallen zu wollen, sondern den eigenen Überzeugungen und Werten treu bleiben)
  5. Zielgerichtet leben (Ziele formulieren und die eigenen Fähigkeiten aktiv nutzen, um diese zu erreichen)
  6. Persönliche Integrität (authentisch leben: sich an die eigenen Wertvorstellungen halten, in Worten UND Taten – auch wenn es teilweise unbequem ist)

Menschen, die immer daran denken, was andere von ihnen halten, wären sehr überrascht, wenn sie wüssten, wie wenig die anderen über sie nachdenken

Bertrand Russell
Sehr viele Menschen, die zu mir in die Praxis kommen, haben ein vermindertes Selbstwertgefühl und leiden darunter, vielfach sind sie sich dessen aber nicht bewusst. Oft wird dies auch stark kompensiert, wie z.B. durch Aggressivität, Schikanieren von Anderen.

Da sind auch immer

  • die Ängste vor dem Versagen
  • Angst vor dem Verlassen werden
  • Minderwertigkeitskomplexe
  • Angst vor Ablehnung

In vielen Partnerschaften werden diese Gefühle auch ausgenützt und so werden diese Leute noch mehr unter Druck gesetzt.

Beispiel:

  • Frauen, die bei Männern bleiben, obwohl diese gewalttätig sind.
  • Männer, die nichts sagen, weil sie Angst haben von der Frau verlassen zu werden
  • Chefs, die ihre Macht im Geschäft zeigen müssen und es lieben auf Schwächeren herumzuhacken
  • Jeder der das hat, kann an dem Arbeiten und auch sein Selbstwert stärken. Oft kommt der verminderte Selbstwert bereits von der Kindheit her (z.B. Eltern sagen, du schaffst es nie, du bist nicht fähig, keine Liebe bekommen etc.).

Dieses Muster gehen dann weiter und können Folgendes im Erwachsenenalter auslösen

  • Arbeitssucht
  • Burn-out
  • Depression
  • Sucht (z.B. Alkohol, Drogen oder Übergewicht)
  • Partnerkonflikte
  • Missbrauch
  • Aggressivität
  • Minderwertigkeitskomplex
  • Suizid
  • etc.

Vielfach entstehen im Leben dann Glaubenssätze, die durch die Umgebung nur noch verstärkt werden. Dies nicht, weil die Umgebung recht hat, sondern weil wir die Leute anziehen, die das bestätigen, durch unsere Sprache, Stimme, Unsicherheit, Körperhaltung, durch eine Nonverbale Kommunikation.
Wenn du dich selbst zum Esel machst, dann ist immer jemand bereit, auf dir herumzureiten.
Bruce Lee

Beispiel:
In einer Firma wird meistens auf denen herumgehackt, die «prädestiniert» dafür sind und sich nicht wehren. Das kommt aber nicht nur im Berufsleben vor, sondern fängt oft schon in der Schule an, es sind genau diese Kinder die «gemobbt» werden, da spielt die Körpergröße keine Rolle. Oft haben sogar die Kleinen und die Schwächsten den größten Selbstwert, weil sie schon immer gelernt haben zu kämpfen und sich zu behaupten.

Oft fällt das Selbstwertgefühl auch nicht auf, da man es versucht zu kompensieren. Es ist aber wichtig, dass man sich immer wieder hinterfragt, ob man mit solchen Sätzen denkt:

  • Ich möchte, dass alle mich mögen
  • Ich will, dass der Chef mich lobt
  • Hoffentlich “liken” mich die Leute im Facebook
  • Die anderen haben es immer einfacher
  • Ich bringe nichts zustande
  • Ich vergleich mich mit anderen
  • Ich zweifle manchmal an mir
  • Ich bin eifersüchtig auf andere
  • Ich sage nichts, damit es keinen Krach gibt
  • Ich fühle mich oft von anderen angegriffen
  • Was sagen die anderen über mich?
  • Ich habe Schuldgefühle
  • Ich will mir keine Blöße geben
  • Ich schaue nicht gerne in den Spiegel
  • Hoffentlich sagt meine Frau / Mann Zuhause nichts
  • Etc.

Drehen solche Sätze im Kopf, dann ist es höchste Zeit etwas dagegen zu unternehmen.
Man darf sich hier nicht mit der Situation abfinden, sondern etwas dagegen machen. Am besten man nimmt am Anfang einen Therapeuten, der hilft aus der Abwärtsspirale wieder herauszukommen.

LÖSUNGEN
Der erste Schritt ist oftmals sich der Situation bewusstwerden. Es geht darum, wie die Gedanken, Worte und Handlungen das Selbstbild beeinflussen. Dann gibt es die Möglichkeit zu entdecken, wie die Gedanken, Worte und Handlungen verändern werden können, so dass alles was negativ beeinflusst, wird durch positivere Selbst-Botschaften ersetzen werden können. Wir müssen uns stärken und nicht mit Negativen Sätzen selber schwächen.

Eine Patentlösung für alle Fälle gibt es nicht. Jeder spricht auf andere Therapiemethoden an, jeder ist unterschiedlich. Aber lösbar ist es auf alle Fälle. Es geht nicht darum, dass der Therapeut und Betroffene, das innerhalb einer Stunde schaffen es aufzulösen, oft braucht es auch hier mehrere Sitzungen, aber die sind es wert, wenn man danach ein zufriedenes und erfülltes Leben hat.

Ihr András Nagy

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