Glückstrick Oktober- Selbstmitgefühl üben

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Wie würdest du mit einem guten Freund sprechen, wenn ihm etwas schiefgeht?
Wahrscheinlich würdest du ihn nicht zusätzlich fertig machen. Du würdest ihm zuhören, ihn aufmuntern und vielleicht sagen: „Das kann passieren.“ Oder: „Du hast dein Bestes gegeben. Versuch es noch einmal.“

Und wie sprichst du mit dir selbst, wenn du einen Fehler machst?

Für viele Menschen gelten für sich selbst plötzlich ganz andere Regeln. Ein kleiner Fehler wird zum persönlichen Versagen, ein schlechter Tag zum Beweis dafür, dass man es nicht schafft. Der innere Ton wird härter, genau in dem Moment, in dem eigentlich Unterstützung gebraucht wird.
Hier kommt der SCHLAUmex-Glückstrick ins Spiel: Selbstmitgefühl üben.

 
Wie wird’s gemacht?
Beim nächsten Fehler, Missgeschick oder schwierigen Moment hältst du kurz inne.
Statt sofort zu denken:

„Wie konnte ich nur so blöd sein?“
fragst du dich:

„Was würde ich jetzt einem guten Freund sagen?“
Und genau das sagst du dir selbst.

Zum Beispiel:
„Das war gerade schwierig.“
„Ich darf Fehler machen.“
„Ich muss nicht alles sofort können.“
„Ich habe mein Bestes gegeben.“
„Ich kann daraus lernen.“

Dabei geht es nicht darum, sich alles schönzureden. Selbstmitgefühl bedeutet auch nicht, Verantwortung abzugeben oder Fehler zu ignorieren.
Es bedeutet, sich selbst mit derselben Menschlichkeit zu begegnen, die man anderen selbstverständlich zugesteht.
Ein kleiner Trick hilft dabei: Sprich innerlich einmal mit deinem Namen mit dir. Das schafft ein wenig Abstand zu dem Moment und macht es leichter, die eigenen Gedanken von außen zu betrachten.

 
Warum?
Weil unser innerer Umgang mit uns selbst beeinflusst, wie wir mit Fehlern, Stress und Herausforderungen umgehen.
Wer sich nach jedem Fehler selbst abwertet, verliert schnell den Mut, Neues auszuprobieren. Wer sich hingegen zugesteht, dass Fehler zum Lernen gehören, kann eher wieder aufstehen, nachdenken und weitermachen.
Das gilt für Kinder genauso wie für Erwachsene.

Ein Kind, das beim Malen über die Linie malt, braucht keine Stimme, die sagt: „Das kannst du einfach nicht.“

Es braucht jemanden, der sagt:
„Das ist anders geworden als geplant. Was möchtest du jetzt ausprobieren?“

Und womöglich sollten wir Erwachsenen uns selbst manchmal genauso behandeln.
Gerade im Berufsleben ist das spannend. Führungskräfte treffen Entscheidungen, tragen Verantwortung und erleben täglich Situationen, die nicht planbar sind. Wer dabei glaubt, immer perfekt funktionieren zu müssen, macht sich selbst zum härtesten Mitarbeiter im eigenen Unternehmen.
Selbstmitgefühl heißt deshalb nicht, die Ansprüche zu senken.
Es heißt, sich selbst nicht zum Gegner zu machen.

 
Dein SCHLAUmex-Glückstrick für heute
Wenn dir heute etwas misslingt, sag nicht sofort:
„Das war typisch für mich.“

Frag dich stattdessen:
„Was würde ich jetzt meinem besten Freund sagen?“
Und dann hör dir selbst einmal zu.
Manchmal beginnt Glück genau dort: bei dem Ton, mit dem wir mit uns selbst sprechen.

 

Eure Madlen Haß
SCHLAUmex Chefredakteurin

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