Tipps für Eltern mit besonderen Kindern

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Die Alltagsbewältigung mit einem besonderen Kind ist für die gesamte Familie wie ein täglicher Marathon. Für betroffene Eltern ist es sehr schwierig, eine gesunde Balance zwischen den vielen täglichen Auseinandersetzungen und der eigenen Grenze der persönlichen Belastbarkeit einzuhalten.

Eltern sind und bleiben für ein Kind mit AD(H)S die wichtigste Stütze. Trotzdem müssen sie schauen, wie sie selbst gut mit ihrer Kraft haushalten und angemessen für sich sorgen können. Strapaziert man seine Kraftreserven täglich zu viel, kann durch den chronischen Stress eine Burnout-Symptomatik die Folge sein. Seit Mai 2019 hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Burnout sogar als chronische Krankheit anerkannt. Der chronische Stress kann u.a. das Immunsystem schwächen und dadurch ein höheres Risiko für Infektionen auslösen. Muskelverspannungen und Magen-Darm-Beschwerden sowie ein erhöhter Blutdruck sind weitere Symptome.

Mit diesen sieben Tipps können Sie Ihren Alltag erleichtern:

  1. Feste Struktur: Wenn ein Kind besonders fordernd oder gefordert ist – ob in der Schule, im familiären Umfeld oder in sozialen Beziehungen -, sind ein guter Plan und eine feste Struktur wichtige Weggefährten.
  2. Feste Regeln und immer wieder loben: Eines der Hauptprobleme bei AD(H)S ist die Reizüberflutung. Es fällt Ihrem Kind schwer, Prioritäten richtig zu setzen. Daher ist es sehr wichtig, den betroffenen Kindern klare Regeln und Strukturen vorzugeben. Am besten erarbeiten Sie Regeln gemeinsam mit Ihrem Kind. Zusätzlich sollten Sie in Konfliktsituationen versuchen, Ihre Perspektive ein wenig zu korrigieren und bei positiven Verhaltensweisen Ihr Kind bewusst loben.
  3. Ausgewogene Ernährung für die gesamte Familie: Viele unserer modernen Ernährungsweisen machen die Menschen krank, das ist nicht neu. Oft wird aber übersehen, dass die Ernährung gerade bei psychischen und Entwicklungsproblematiken eine große Rolle spielen (siehe 4). Sorgen Sie für eine gesunde Ernährung und holen Sie sich ggf. Hilfe von Experten auf diesem Gebiet.
  4. Gluten: Auch bereits seit längerem bekannt ist ein Zusammenspiel zwischen Gluten sowie anderen Nährstoffen, wie Lactose und Histamin, und hyperkinetischen Störungen. Die Schlussfolgerung legt nahe, dass über die Ernährung auch die Ausprägung einer AD(H)S-Symptomatik positiv beeinflusst werden kann. Häufig wird für diese Art der Entwicklungsstörung die oligoantigene Diät empfohlen, bei der einzelne Lebensmittel oder Lebensmittelbestandteile ausgeschlossen werden und der Fokus auf nicht-symptomverstärkende Nährstoffe und Nahrungsergänzungen gelegt wird. Ausgeschlossen werden z.B. Nahrungsmittel, die Farb- und Süßstoffe (allen voran Aspartam) enthalten sowie die „üblichen Verdächtigen” Lactose, Casein, Gluten, Nüsse. Die folgenden Schaubilder geben einen Überblick über die empfohlenen bzw. zu vermeidenden Nahrungsmittel.
  5. Viel Spaß & Bewegung: Viele betroffene Kinder haben nicht nur einen großen Bewegungsdrang, sondern oft auch Schwierigkeiten im Bereich Koordination, Gleichgewicht und Körperkontrolle. Daher sind sportliche Aktivitäten sehr sinnvoll und ein großartiges Ventil für die Kinder. Wichtig ist nur, die Verletzungsanfälligkeit zu beachten und die Hyperaktivität in „geordnete” Bahnen zu lenken. Aber Achtung: Nicht zu viel Aktivität am Abend und vor dem Schlafengehen, denn sonst kann das Kind nicht zur Ruhe kommen und einschlafen.
  6. Eigene (andere) Bedürfnisse beachten: Bei aller Anstrengung und Sorge um das Kind mit einer neurologischen Störung ist die Selbstfürsorge auch ein essenzieller Aspekt, den Sie nicht aus den Augen lassen sollten. Sie können nur ruhig mit Ihrem Kind umgehen und Ihren Alltag meistern, wenn Sie sich Hilfe holen, sich Auszeiten nehmen und einen Weg finden, Ihre eigenen Akkus wiederaufzuladen. Das gilt nicht nur für Sie als Mutter oder Vater, sondern auch für die Geschwisterkinder, die ihren Teil der Aufmerksamkeit verdienen, und Ihren Partner. Denn auch wenn Sie mit ihm oder ihr an einem Strang ziehen sollten, klappt das vielleicht nicht immer, und der Alltagsstress mit all seinen Energiefressern fordert einen hohen Preis auch von einer Partnerschaft.
  7. Keine digitalen Babysitter: Durch die vielen Bildschirme, die uns heute zur Verfügung stehen, steigt auch das Risiko der Reizüberflutung. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind Fernseher, Tablet und Handy möglichst wenig nutzt und solche Geräte nicht in dem Zimmer zu finden sind, in dem es schläft. Eine (digitale) Reizüberflutung ist kontraproduktiv, das Kind wird unruhig, impulsiv und auch aggressiv und wird leicht überfordert.

Neben diesen Tipps für zu Hause sind Behandlungs-, Trainings- und Therapieinterventionen sehr hilfreich.

Ihr Thomas Weidauer

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